Pfarrvikar Prosper berichtete aus seiner Heimat im Kongo
Ein bewegender Vortrag über das Leben im Kongo und die wichtige Arbeit eines Waisenhausprojektes
Gaindorf: Mit eindrucksvollen Bildern aus seiner Heimat nahm Pfarrvikar Prosper die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise in eine für viele fremde Lebenswelt. Dabei berichtete er nicht nur über Land und Leute, sondern stellte vor allem das Waisenhausprojekt vor, das Kindern, die durch den Krieg ihre Eltern verloren haben, ein Zuhause und eine Zukunftsperspektive gibt.
Derzeit leben 115 Waisenkinder in der Einrichtung. Aufgrund der aktuellen Ebola-Situation sind die Kinder momentan auf verschiedene Standorte verteilt. Das Waisenhaus verfügt über eine eigene Verwaltung, deren Mitglieder alle 2 Jahre neu gewählt werden. Die Kinder erhalten ein- bis zweimal täglich eine Mahlzeit und können eine eigene Schule besuchen.
Ein besonders wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Landwirtschaft. Angebaut werden unter anderem Kakao und Bananen. Bei Temperaturen von rund 35 Grad ist die Arbeit auf den Feldern besonders anstrengend. Traktoren oder landwirtschaftliche Geräte gibt es nicht. Sämtliche Arbeiten werden von Hand erledigt. Mädchen und Buben müssen dabei fleißig mithelfen und lernen, Verantwortung zu übernehmen.
Auch handwerkliche Fähigkeiten werden vermittelt. Die Mädchen lernen den Umgang mit der Nähmaschine, während die Buben in der Holzverarbeitung ausgebildet werden und beispielsweise Stühle herstellen. So erhalten die Kinder wichtige Kenntnisse, die ihnen später helfen können, ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern.
Wie beschwerlich der Alltag ist, zeigte Pfarrvikar Prosper anhand weiterer Bilder. Waren werden häufig auf dem Kopf oder mit dem Motorrad transportiert. Für den Transport der Bananen in eine rund 500 km entfernte Stadt musste vor kurzem noch ein Lastwagen ausgeliehen werden. Dank Spenden konnte ein eigener Lastwagen angeschafft werden, der den Transport erleichtert und eine dringend benötigte Unterstützung für das Waisenhausprojekt darstellt. Um seinen Unterhalt zu sicherzustellen, ist das Projekt weiterhin auf die Spendenbereitschaft angewiesen.
Auch das religiöse Leben spielt eine wichtige Rolle. Ein Gottesdienst kann dort durchaus bis zu drei Stunden dauern und ist ein fester Bestandteil des Gemeinschaftslebens.
Mit seinen persönlichen Erzählungen und den eindrucksvollen Bildern vermittelte Pfarrvikar Prosper einen bewegenden Einblick in den Alltag der Kinder und die Herausforderungen, vor denen die Einrichtung steht. Dabei wurde deutlich, wie viel Einsatz, Zusammenhalt und Eigeninitiative notwendig sind, um den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Pfarrvikar Prosper dankte zudem dem Frauen- und Mütterverein Gaindorf herzlich für eine Spende von 500 €, die das Waisenhausprojekt unterstützt. Sein Vortrag machte deutlich, wie wertvoll Hilfe ist und dass schon die Unterstützung einzelner Menschen und Vereine viel bewirken kann.
Bild: Klingl Silvia (Spendenübergabe Pfarrvikar Prosper mit Vorsitzender Maria Hauser)
Bild/Text: Klingl Silvia

